Sierra Leone ist nicht nur ein schönes Land im Westen Afrikas, sondern auch Reich an Bodenschätzen.
Sierra Leone ist nicht nur ein schönes Land im Westen Afrikas, sondern auch Reich an Bodenschätzen.

Freetown – Die Präsidialrepublik Sierra Leone hat in den Jahren nach dem Bürgerkrieg eine positive Entwicklung genommen. 2002, 2007, 2012 und 2018 fanden friedliche und korrekte Wahlen statt. Zudem hat sich das politische und wirtschaftliche System nach Einschätzung internationaler Beobachter deutlich stabilisiert. Die Wirtschaft ist, wenngleich von einem niedrigen Niveau ausgehend, gewachsen. „Sierra Leone wird als erfolgreiches Beispiel für eine durch internationale Unterstützung begleitete Konfliktlösung gesehen“, stellt denn auch das deutsche Auswärtige Amt fest.

Das westafrikanische Land ist reich an Bodenschätzen und fruchtbaren Böden, weshalb der Rohstoffabbau und die Landwirtschaft zentrale Wirtschaftsfelder sind. Auch der Tourismus nimmt dank nationaler und internationaler Investitionen stetig zu. Nach dem Bürgerkrieg, der sich vor allem um die Verteilung der großen Diamantvorkommen drehte, erlebte die heimische Wirtschaft ab 2002 ein mehrjähriges Wachstum. Aber der Ebola-Ausbruch und der Zusammenbruch der Rohstoffpreise (2015/2016) bremsten die positive Entwicklung. In den Folgejahren erholte sich die Wirtschaft, konnte aber an die vorherigen Wachstumserfolge nicht anknüpfen. Nach wie vor sind die Landwirtschaft und der Bergbau zur Gewinnung von Bodenschätzen die ökonomischen Stützpfeiler des Landes von der Größe Bayerns. Zu den wichtigsten Bodenschätzen gehören Gold, Diamanten, Bauxit, Eisenerz und Rutil. Auf der Internetseite der sierra-leonischen Botschaft in der Bundesrepublik heißt es dazu: „Sierra Leone ist sehr reich an Mineralien und hat sich für seine wirtschaftliche Basis auf den Bergbau, insbesondere Diamanten, verlassen. Das Land gehört zu den Top 10 der Diamanten produzierenden Nationen der Welt, und der Export von Mineralien bleibt der wichtigste Devisenbringer.“

Der Rohstoffreichtum war in der Vergangenheit mehr Fluch als Segen, weil er Auslöser des Bürgerkrieges war. Aber das Land mit der Hauptstadt Freetown hat ehrgeizige Entwicklungsziele und will den Bergbau als bedeutendsten Wachstumsmotor in den Dienst aller Bürger stellen. „Erlöse aus den Bodenschätzen sollen dem Staat und seinen Einwohnern zugutekommen – digitale Technologien sind dabei ein wichtiger Faktor für mehr Transparenz und gute Regierungsführung“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

Bei der öffentlichen Fixierung auf die Diamantenförderung geht häufig unter, wie wichtig für das Land die Goldgewinnung ist. Das Edelmetall faszinierte die Menschen schon im Altertum wegen seiner Schönheit, Seltenheit und Dauerhaftigkeit. Anders als andere Rohstoffe, die verbraucht werden, ist Gold faktisch unzerstörbar. Aufgrund seines Wertes ist es eine beliebte Absicherung gegen Vermögensverluste in Krisenzeiten. In Form von Goldmünzen und -barren ist das Edelmetall ein internationales Zahlungsmittel, eine gefragte Wertanlage und dient vielen Zentralbanken als Währungsreserve. Im September 2021 verfügten die USA mit mehr als 8.100 Tonnen über die größten Goldreserven der Welt, gefolgt von Deutschland mit etwa 3.400 Tonnen. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnittspreis pro Unze Gold bei 1.815 US-Dollar – damit hat er sich gegenüber dem Jahr 2008 mehr als verdoppelt. Die Nachfrage ist konstant hoch. 2020 wurden weltweit allein 1.400 Tonnen Gold für die Schmuckherstellung nachgefragt. Derzeit sind die globalen Goldvorräte so hoch wie noch nie in der Weltgeschichte. Dazu leistet auch Sierra Leone einen Beitrag.

Der „Sierra Leone Telegraph“ berichtete im März 2021 von der positiven Entwicklung der örtlichen Bergbauunternehmen und der Zunahme von in Betrieb genommenen Goldminen. Demnach gab es in dem westafrikanischen Land im Januar 2018 sechs große Bergbauunternehmen und im März 2021 schon elf. Die fünf neuen großen Bergbaufirmen sind die MEYA Mining Company, die Wongor Investment Mining Company, die Sierra Diamonds Mining Company, die Kingho Mining Company und die Cheng Li Mining Company. Die Zahl kleiner Bergbaufirmen stieg in diesem Zeitraum von sieben auf dreizehn. Eine klare Wachstumstendenz gibt es auch bei der Zahl der industriellen Goldminen. „Im Januar 2018 war in Sierra Leone nur eine industrielle Goldmine in Betrieb, im März 2021 sind neun industrielle Goldminen (sechs kleine und drei große) in Betrieb“, schrieb die Zeitung. Nach Angaben von Statistics Sierra Leone (SSL) beliefen sich die Mineralexporte im Jahr 2020 auf etwa 313 Millionen US-Dollar, was 48 Prozent der Gesamtexporte des Landes ausmachte. Die Förderung von Gold und anderen Rohstoffen hat zu einer deutlichen Beschäftigungszunahme geführt. Im Januar 2018 lag die Gesamtzahl der bei Bergbauunternehmen beschäftigten Sierra Leoneaner bei etwa 8.550, im März 2021 waren es schon rund 9.700. Der „Sierra Leone Telegraph“ ging im Frühjahr 2021 von weiter steigenden Beschäftigungszahlen aus, weil Bergbauunternehmen wie Kingho Mining Company, Cheng Li Mining Company und Supreme Minerals Limited noch viel Personal einstellen würden.

Der sierra-leonische Präsident Julius Maada Bio wirbt offen um ausländische Investoren und verkündet, dass die Vergabe von Bergbaulizenzen und Gold-Schürfrechten dem ganzen Land zugutekommen soll. Früher war der Goldbergbau in Sierra Leone verglichen mit der Förderung von Diamanten und Eisenerz eine kleine Industriesparte. Das hat sich mit immer mehr ausländischen Unternehmen, die unterirdische Goldminen besitzen, geändert. Vor allem Investoren aus China, dem größten Goldförderland der Erde, zieht es nach Sierra Leone. Dabei erreichte die Goldgewinnung der Chinesen schon in landeseigenen Minen im Jahr 2021 ein Volumen von rund 370 Tonnen. Damit wurde im „Reich der Mitte“ mehr als das Doppelte an Gold gefördert wie in den Vereinigten Staaten.

Das Vorgehen chinesischer Gold-Fördergesellschaften nährt aber auch Ängste vor zu viel fernöstlicher Einflussnahme. So war im „Sierra Leone Telegraph“ im Juni 2021 zu lesen: „Es gibt Befürchtungen über die wachsende Bedrohung durch Chinas imposante Präsenz in Sierra Leone, durch seine Investitionen und Entwicklungsprogramme, von denen viele sagen, dass sie darauf abzielen, Chinas Kontrolle und Ausbeutung von Sierra Leones riesigen natürlichen Ressourcen zu erhöhen.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die chinesischen Unternehmen oft wenig ressourcenschonend agieren und für die Rohstoffgewinnung Umweltschutzaspekte vernachlässigen.

Diesen Vorwurf kann der Schweizer Delcore AG niemand machen, die derzeit Claims in Chile, Peru und Sierra Leone besitzt. Die Aktiengesellschaft mit Sitz in Zug wirbt mit transparenten Wertschöpfungsprozessen, hohen Sicherheits- und Gesundheitsstandards für ihre Mitarbeiter und umweltschonenden Abbaumethoden. So betreibt Delcore Goldwaschanlagen auf Alluvialböden. Indem die Schweizer im Tagebau auf derartige Schwemmböden setzen, können sie beim Goldschürfen auf Sprengungen und den Einsatz von gefährlichem Zyanid verzichten. Diese ressourcenfreundliche Form der Goldgewinnung ist das Gegenteil chinesischer Arbeitsmethoden, für die das Privatunternehmen Dayu steht. Das wurde in Sierra Leone aktiv, um im rohstoffreichen Distrikt Tonkolili Gold abzubauen. Dabei haben die Chinesen nach Medienberichten sowohl Mitarbeiterrechte missachtet als auch naturschädliche Förderpraktiken angewandt. Kleinere chinesische Unternehmen sollen in dem Gebiet sogar illegal Gold abgebaut haben. Aber es gibt in Sierra Leone eben auch nachhaltige und verantwortungsbewusste Goldförderer wie die Delcore AG.

x