Europäische Politiker hoffen auf den Krypto-Euro und wollen Bitcoin und Co. in der EU verbieten
Europäische Politiker hoffen auf den Krypto-Euro und wollen Bitcoin und Co. in der EU verbieten


Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) ist durch den Konflikt um die Ukraine mit Ihrer Geldpolitik aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten. Dabei sind die hohen Energiepreise sowie die Inflation, die sowohl Verbraucher als auch die Wirtschaft im Euro-Raum belasten, nur in sehr geringen Teilen dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine geschuldet. Besonders Deutschland hat durch eine verfehlte Energiepolitik sowie durch hohe Steuern und Abgaben eine Situation geschaffen, die die Preise weiter in die Höhe schnellen lässt. Die offiziellen Inflationsraten liegen im Februar 2022 bei 5,1 %, dürften auf Grund der Zusammenstellung des repräsentativen Warenkorbes, der auch Konsumprodukte enthält, die eben weniger starken Belastungen ausgesetzt sind, jedoch deutlich höher liegen. Die Corona – Maßnahmen vieler europäischer Länder haben die Wirtschaften zusätzlich vor große Herausforderungen gestellt, die durch hohe Energiepreise noch einmal deutlich verschärft werden. 

So war schon länger absehbar, dass die EZB auch im März 2022 keine Zinserhöhung in Angriff nehmen kann. Hoch verschuldete Mitgliedsstaaten wie Italien, Spanien aber auch Frankreich werden wirtschaftlich einen höheren Leitzins kaum stemmen können. Dafür ursächlich ist eine seit Jahren verfehlte Politik der Europäischen Zentralbank bzw. der Staaten, die von Mario Draghi begonnen und nun durch Christine Lagarde fortgeführt wird, wobei die durch die EZB geschaffene Zeit, die für die Umsetzung von Reformen verwendet werden sollte, eben nicht genutzt wurde. Die europäischen Zentralbanker stehen mit dem Rücken zur Wand und haben keinen Handlungsspielraum mehr.

So muss man auch die Ankündigung im Februar 2022 durchden Ausschuss für Wirtschaft und Währung ECON im Europäischen Parlament verstehen, Krypto-Dienstleistungen verbieten zu wollen. Diese Initiative zielt natürlich in erster Linie auf die Beschädigung des Bitcoins ab, der von EU und EZB zu Recht als veritables Problem für die Gemeinschaftswährung und die geplante eigene europäische Krypto-Währung gesehen werden muss. Im Außenverhältnis gab man sowohl den hohen Energiebedarf beim Mining von Krypto-Währungen und damit den Umwelt- bzw. Klimaschutzan. Zusätzlich argumentiert man, dass Russland als Reaktion auf die Sanktionen und hier besonders den Ausschluß des Landes aus dem SWIFT-Zahlungssystem die internationalen Maßnahmen umgehen und in Bitcoin gehen könnte. 

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Sorge zunimmt, dass das Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung weiter sinkt und Krypto-Währungen zunehmend von Verbrauchern als Alternative betrachtet werden. Der Vorteil von Bitcoin und Co liegen ja genau in ihrer Unabhängigkeit von staatlichen Reglementierungen, dem freien und unabhängigen Zugang dazu sowie niedrigen Gebühren. Wie wichtig diese Unabhängigkeit ist, wurde deutlich, als die kanadische Regierung die Bankkonten von Demonstranten im Februar dieses Jahres einfror, die dann als Reaktion darauf auf den Bitcoin umstiegen. Dieses Szenario dürfte von der EZB genaustens betrachtet worden sein. Eine Konkurrenz zum schwächelnden und anfälligen Euro dürfte die Europäische Union in erhebliche Schwierigkeiten bringen, der einen erheblichen Machtverlust nach sich zöge. 

Der Vorschlag zum Verbot von Kryptowährungen, der zum 01.01.2025 in Kraft treten sollte, ist erst einmal vom Tisch. Im neu ausgehandelten Entwurf des ECON – Ausschusses ist dieser Paragraph ersatzlos gestrichen worden. 

Doch das Thema bleibt virulent, denn die Ausbreitung von Kryptowährungen wird sich nicht unterbinden lassen, so dass diese weiterhin eine Gefahr für etablierte, staatliche Währungen darstellen. Ähnlich wie die Erfindung der Druckerpresse durch Johann Gutenberg ist mit Blockchain und Krypto eine Technologie in der Welt, die sich nicht durch Verbote beherrschen lassen wird. 

Eine mögliche Unterfütterung von Krypto-Währungen mit Sachwerten wie Gold, Immobilien oder ähnlichem dürfte das Vertrauen der Verbraucher stärken. Die zusätzliche Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen und deren willkürlichen Reglementierungen dürfte den Anreiz für viele Menschen zukünftig weiter erhöhen.

 

 

 


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